(5. Februar 2025) Start frei für den Dienst am Lieblingsort: Nachdem Lukas Hille von der Pröpstin Henriette Crüwell schon Mitte Januar als neuer Pfarrer in der Sankt-Peter-Kirche zu Diez eingeführt worden war, ist er mit seiner Ehefrau und dem im Oktober geborenen Sohn nun auch von Bad Camberg ins Pfarrhaus umgezogen, von wo aus er nach dem Erziehungsurlaub seinen Dienst beginnt. Der 31-jährige Theologe verstärkt das hauptamtliche Verkündigungsteam in der Nachbarschaft Diez-Esterau.
Wie sehr sich die Menschen dort auf ihn freuen, zeigte schon der Einführungsgottesdienst in der evangelischen Kirche St. Peter zu Diez. Die war nämlich proppenvoll, als ihn Pröpstin Crüwell in seinen Dienst einführte. „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.“ Dieser Vers sei Hilles biblisches Ein und Alles, den ihm die Eltern nicht nur als Taufspruch mitgegeben haben, sondern den er sich auch in seinen Talar habe einsticken lassen und der ihm förmlich den Rücken stärke, verriet die Pröpstin und ermutigte die Gemeinde, sich mit Hille in diesem Geist auf den Weg zu machen und nach vorn zu schauen in der Nachbarschaft Diez-Esterau. Aus dieser wirkte auch Pfarrer Oliver Sigle im Gottesdienst mit.
In der Region ist der junge Theologe kein Unbekannter, absolvierte er doch in der Stiftskirchengemeinde von 2019 bis 2021 sein Gemeindevikariat. Neben der Pröpstin gaben ihm auch Dekanin Kerstin Janott, Lehrpfarrer Ingo Lüderitz, Freunde und seine Mutter Segensworte für seinen Dienst mit. „Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“ war die Einführung überschrieben. In seiner Predigt erinnerte Hille noch einmal an den Moment, als er die St. Peter-Kirche zum ersten Mal bei einer Fahrt an der Lahn von Limburg nach Diez sah, um seinen Vikariats-Ort kennen zu lernen und wie sehr ihn das charakteristische Gotteshaus über der Lahn beim ersten Anblick begeisterte.
„Der Moment hinter der Kurve“, als er die Kirche am Berg erblickte, prägte weit über das Bauwerk hinaus. „Mich fasziniert, was die Menschen, die sie gebaut haben, gefühlt und was sie geglaubt haben“, so der Theologe. „Schau mich an, hier, wo ich bin, da geht noch was, da kann, was immer dich beschäftigt, gut werden“, ließ Hille die Kirche selbst zu Wort kommen. Kirchen seien keine reinen Zweckbauten, sondern immer auch ein Stück für die Ewigkeit gebaut. „Was wäre, wenn wir auch unsere Gemeinschaft so bauen könnten“, übertrug er den Antrieb der Kirchenbauer auf die Gesellschaft. Die Pflege sei anstrengend, aber lohne sich. „Wenn wir an unserer Gemeinschaft arbeiten, tun wir mal, als wäre es für die Ewigkeit, als würden wir eine Kirche bauen, die auch in hundert Jahren noch steht.“
Musikalisch bereicherte den Einführungsgottesdienst der Kämmerchenchor der Diezer Kirchengemeinden unter Leitung von Andreas Frese, der auch die Orgel spielte. Dass der neue Pfarrer als ein echtes Kind kirchlicher Jugendarbeit „Outdoor-Erfahrung“ mitbringt, wie Pröpstin Crüwell erklärte, zeigte sich an den Willkommensgeschenken. Sie und Fabian Götz für den Kirchenvorstand überreichten Hille einen Kompass, den er etwa bei seinen geliebten Jugendfreizeiten einsetzen kann, die er noch immer alljährlich ehrenamtlich betreut. Mit Blumensträußen dankte Kirchenvorstandsvorsitzende Renate John den Pfarrern Ingo Lüderitz, Addi Tremper, Hans-Otto Rether und Pfarrerin Maike Kniese für die Vakanzvertretung.
Im Anschluss begrüßten viele Gäste während eines Empfangs persönlich den neuen Pfarrer und Seelsorger rund um dessen Lieblingskirche.
Hille brennt nach wie vor für die Jugendarbeit, wie er berichtete. Vor seinem Vikariat in Diez studierte er Theologie in Heidelberg, Göttingen und Jerusalem. Gerade dort sei ihm die Ökumene sehr wichtig geworden, besonders mit den katholischen Geschwistern. Ein Spezialvikariat führte ihn ins evangelische Büro am Sitz der Landesregierung. In den vergangenen drei Jahren forschte Hille in Marburg für seine Doktorarbeit. Ein Auslandsaufenthalt führte ihn nach Texas, wo die Begeisterung für sein sportliches Hobby Aufwind bekam: er spielt leidenschaftlich gern American Football bei den Hadamar Black Goats. Mindestens ebenso gern kann er aber auch mit Menschen bis in die Nacht hinein „über Gott und die Welt reden und diskutieren“, wie Pröpstin Crüwell sagte.