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Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein

Wie aus Alt und Neu Zukunft entsteht

Evangelisches Dekanat Wöllstein/Brigitte SpechtIn dem von Heidrun Haas gestifteten Tonkreuz konnten alle Gäste mit ihrem Fingerabdruck ein Zeichen setzen.

Für selbstbestimmtes Altern in Würde: Evangelische Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein blickt auf 40-jährige Erfolgsgeschichte zurück – Neues Stockwerk ermöglicht Erweiterung um Tagespflege im kommenden Jahr

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Der Bedarf an Pflege und Betreuung für Senioren wächst. Auch in und um Wörrstadt und Wöllstein, wo die Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein des Evangelisch-kirchlichen Zweckverbands für ambulante Pflegedienste seit vier Jahrzehnten ein breites Spektrum ambulanter Pflegedienstleistungen vorhält. Doch gerade in den jüngsten Jahren haben sich Rahmenbedingungen und Anforderungen rasant verändert, weiß Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Theis.

Auch in ländlich geprägtem Umfeld können Angehörige den zunehmenden Betreuungsbedarf zu Hause trotz stundenweiser Unterstützung kaum mehr erfüllen. Die Antwort der Sozialstation: Sie erweitert ihr Angebot – um Tagespflegeräume in der Schulrat-Spang-Straße in Wöllstein. Ab Mitte kommenden Jahres sollen hier 20 Senioren von morgens bis abends betreut werden. Die dort aktuell untergebrachten Büro-  und Lagerräume werden dafür um eine komplette Etage aufgestockt und ihre Grundfläche von derzeit 370 Quadratmetern mehr als verdoppelt. Das Bauvolumen beträgt 1,6 Millionen Euro.

Voreige-Einrichtung mit höchsten Ansprüchen

„Aus Alt und Neu entsteht Zukunft“: Unter dieser Überschrift hatte die Sozialstation die Jubiläumsveranstaltung mit Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Wöllstein und anschließendem Empfang in der Wöllsteiner Gemeindehalle organisiert, um diesen Meilenstein angemessen zu würdigen. „Wir sind eine Vorzeige-Einrichtung mit hervorragendem Ruf, die höchste Qualitätsansprüche wahrt. Trotzdem können wir einen finanziell ausgeglichenen Haushalt vorweisen“, sagt Theis stolz. Denn nur 300 000 Euro für den Bau stammen von der Fernsehlotterie, dazu kommen weitere kleinere Zuschüsse und Spenden. Doch den größten Teil der Investition schultert die Diakoniestation als kirchlich verfasste Körperschaft aus eigenen Rücklagen, die sie im Lauf der vergangenen vier Jahrzehnte gebildet hat.

In der Tat zeugen diese von stetigem Wachstum: 1979 eröffnete die Einrichtung mit sieben Mitarbeitern und 20 Patienten; heute sind 98 Mitarbeiter in mehr als 40 Pkw unterwegs, um in 35 Gemeinden mehr als 700 Patienten zu betreuen, 550 davon kontinuierlich. Der Jahreshaushalt beträgt mit 3,7 Millionen Euro das Dreißigfache der 240 000 D-Mark D-Mark des Anfangsjahres. Das Angebotsspektrum der von 20 Kirchengemeinden aus den Verbandsgemeinden Wörrstadt und Wöllstein sowie Volxheim getragenen Einrichtung sei konkurrenzlos, sagt Theis.

Anfangs nur Pflege und Hauswirtschaft

Anfangs bot die Station lediglich Pflege und Hauswirtschaft. Doch bald schon ergänzten Familienpflege und Kinderbetreuung die angebotenen Dienstleistungen, als Spezialgebiete kamen die Versorgung chronischer Wunden und palliativmedizinische Versorgung in der letzten Lebensphase hinzu. Als niedrigschwellige Angebote wurden ab 2004 die Stationen für stundenweise Betreuung in Saulheim und Gau-Bickelheim eingerichtet, die derzeit von 60 Senioren besucht werden.

Die Tagespflege wird ab dem kommenden Jahr letztere Angebote ergänzen. Die Einrichtung ist von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Nach dem gemeinsamen Frühstück und Zeitunglesen finden Therapien und Angebote wie Musik, Gymnastik oder Bastelstunden statt, ein Ruheraum erlaubt es, sich eine Auszeit zu nehmen. Mittags wird frisch gekocht, nachmittags Kaffee und Kuchen serviert.

„Je nach den Vorlieben der Patienten sind noch zusätzliche Angebote denkbar, etwa gemeinsames Kochen oder die Einrichtung eines Kinos“, kündigt Theis an. Finanziert wird das Angebot, das mit 6,5 Vollzeitstellen kalkuliert ist, durch Leistungen der Pflegeversicherung und einen Eigenanteil der Patienten. „Unser Ziel ist es nach wie vor, dass die Senioren so lange wie möglich selbst bestimmt zu Hause leben können“, sagt Pflegedienstleiterin Margot Mormul.

Dank und Anerkennung

Eine 40-jährige Erfolgsgeschichte im Rücken und die Aussicht auf die Einrichtung der Tagespflege im kommenden Jahr: Da ließen es sich zahlreiche kirchliche und weltliche Würdenträger und Weggefährten nicht nehmen, der Einrichtung bei ihrer Jubiläumsveranstaltung in Grußworten Dank und Anerkennung auszusprechen.  „Hier wird das evangelische Verständnis vom Menschen in lebendigen Beziehungen spürbar“, sagte Pfarrer Eric Kalbhenn in seiner Predigt. „Dr. Wolfgang Theis tut aus Überzeugung, was er tut“, würdigte Pfarrer Dieter Stadler Theis‘ Verdienste. Stadler hatte vor 40 Jahren die Sozialstation gegründet und war Theis‘ Vorgänger als Vorstandsvorsitzender.

Kronenkreuz in Silber

Feierlich zeichnete er Theis mit dem Zeichen der Diakonie, dem Kronenkreuz in Silber, aus. Und trotz hochsommerlicher Temperaturen nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, sich von Vertretern des Alzeyer Architekturbüros Kappler die Baupläne für die neue Etage erläutern zu lassen, oder ihren Fingerabdruck in das von Heidrun Haas gestiftete Tonkreuz zu drücken, das die neuen Räume an einem prominenten Platz zieren wird.

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