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Orgeltag

Video: Mit viel Liebe zum Detail erstrahlen Orgeln in neuem Glanz

Meinzahn/gettyimagesBlick auf die Orgel in der Wiesbadener Marktkirche

In fast jeder Kirchengemeinde steht eine: Die Orgel. Doch was passiert eigentlich mit einer Orgel, wenn etwas nicht mehr stimmt? Die Multimediaredaktion hat hinter die Kulissen eines Orgelbauers geschaut.

Jörn von LutzauIn die Orgelbau-Werkstatt kommen auch historische Instrumente zur Sanierung. Diese Orgel ist vermutlich eine der bedeutendsten historischen Orgeln in Mittelhessen: die Onimus-Orgel von 1735 aus dem Kloster Ilbenstadt.

Häufig trägt sie den Titel „Königin der Instrumente“: Die Orgel. Sie ist das musikalische Herzstück jeder Kirche. Und auch Königinnen können Bauchschmerzen bekommen oder krank werden. Zu den Orgel-Doktoren gehört die Firma Förster & Nicolaus in Lich in Oberhessen. Sie restauriert und fertigt seit mehr als 175 Jahren Orgeln. 

Kein einfacher Beruf, denn Orgelbauer seien oft unterwegs, erklärt der Inhaber Martin Müller. Aber er ist sich sicher, er habe den „schönsten Beruf auf Erden. Unendlich interessant und immer was Neues.“ Denn während der Betrachter einer Orgel meist nur die sogenannten Prospektpfeifen sehe, gebe es im Inneren des Instrumentes „mindestens zehn Mal so viele“. Sie haben unterschiedliche Formen und Farben und dies verrate den Orgelbauern, wie die jeweilige Pfeife klinge. Je nach Größe der Orgel können sich mehrere Tausend Pfeifen in einer Orgel verbergen. 

Billige Orgeln kosten nächste Generation viel Geld 

„Alle Kirchen haben im Prinzip ihr Instrument“, sagt Müller. Daher gehöre es vor allem zu den Aufgaben der Orgelbauern, die bestehenden Orgeln in Stand zu setzen und zu bewahren. Alle zwei Jahre begutachte sein Team die Instrumente, stimme nach, „ölt die Gebläsemaschine“. Das seien regelmäßig etwa 900 Instrumente jedes Jahr, vor allem in evangelischen Kirchen. 

In seiner Werkstatt zeige sich, wenn eine Kirchengemeinde beim Kauf der Orgel zu sehr gespart habe. „Die nächste Generation zahlt das, was die Generation vorher eingespart hat an Reparatur- und Sanierungskosten“, erklärt der Fachmann. Daher ist sein Tipp an die Gemeinden: „Schaut nicht auf den Preis, schaut auf die Qualität.“ So würden sich auch die Nachfolgekosten in Grenzen halten. 

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