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Pfarrer Feilen hat seine Arbeit in Horrweiler-Aspisheim aufgenommen

Ein Cineast im Talar

H.Wiegers

Der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Horrweiler-Aspisheim, Ralf Feilen, bringt einiges an Erfahrung mit. Seit 30 Jahren hat er bereits in der EKHN als Gemeindepfarrer und Springer, der in Gemeinden Vakanzen überbrückt, gearbeitet.

Der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Horrweiler-Aspisheim, Ralf Feilen, bringt einiges an Erfahrung mit. Seit 30 Jahren hat er bereits in der EKHN als Gemeindepfarrer und Springer, der in Gemeinden Vakanzen überbrückt, gearbeitet. Und gerade seine Tätigkeit als Springer 2015 bis 2019 im Dekanat Rodgau ermutigte den heute 61jährigen flexibel und offen für Neues zu bleiben. Zu den Aufgaben eines Springers gehöre es zwar auch, Kasualien vorzunehmen, Gottesdienste zu gestalten und die Gemeinde insgesamt am Laufen zu halten. „Aber“, so Feilen, „man kann als Springer, weil man nicht fest in die Gemeinde eingebaut ist, auch ganz unvoreingenommen mit den Leuten, dem Kirchenvorstand, schauen, wo die Gemeinde steht, was war und was werden soll und wie sie eine lebendige Kirchengemeinde sein kann.“

In Horrweiler-Aspisheim ist Feilen nun wieder (mit einer halben Stelle) voll und ganz Gemeindepfarrer. Mit einer zweiten halben Stelle ist der Theologe vorläufig dem Propst für Rheinhessen und Nassauer Land beigegeben. „Jetzt schaue ich erst einmal, was hier wichtig ist“. Beeindruckt hat den gebürtigen Bad Kreuznacher, wie lebendig und engagiert seine neue Gemeinde ist. „Ich glaube, in der Vakanz, auf die die Gemeinde gut vorbereitet und in der sie von Pfarrer Simon Meister auch gut begleitet wurde, hat die Gemeinde gemerkt, dass sie viele Sachen selber machen kann. Die Gemeindeglieder haben nach dem Leitsatz gehandelt, das ist unsere Gemeinde, wir wuppen das, wir kriegen das hin. Diese Einstellung wurde auch in der Ausschreibung der Pfarrstelle deutlich. Da sprach ein ganz tolles Selbstbewusstsein heraus“. 

Bereits seit dem 15. Juni ist Feilen nun in Horrweiler-Aspisheim im Amt. Er berichtet bereits begeistert von den „Horrweiler Lichterspielen“, an denen sich die Kirchengemeinde mit einer Abschlussandacht, den „Nachtgedanken“, beteiligt hat. Der Vater von drei erwachsenen Kindern, der in Mainz aufwuchs und dort jetzt auch wieder in seinem Elternhaus wohnt, findet es besonders wichtig, dass die Gemeinde in der Öffentlichkeit präsent ist. Möglichkeiten sieht er unter anderem in dem Grenzbereich, wo Theologie und Kultur sich treffen. Feilen ist langjähriges Mitglied der Filmjury der Evangelischen Filmarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland, die monatlich einen herausragenden Spiel- oder Dokumentarfilm als „Film des Monats“ auszeichnet. Als Filmkenner hat er in Gemeinden „Filmexerzitien - Filme anders schauen“ angeboten. „Wir haben da keine Bibel- oder Jesusfilme geschaut, sondern Spielfilme, die auch im Kino gelaufen sind, und dann über den Film meditiert oder bestimmte Übungen gemacht und sind so ins Gespräch gekommen“.

Und hier kommt eine weitere Seite des Theologen Feilen ins Spiel, seine umfangreiche zusätzliche seelsorgerische Ausbildung, die während seines Vikariats mit einer klinischen Seelsorgeausbildung begann und unter anderem auch die Geistliche Begleitung umfasst. „Geistliche Begleitung bedeutet“, so Feilen, „dass man sich mit Menschen, die an Exerzitien interessiert sind, also an geistlichen Übungen, entweder in einer längeren stillen Zeit, einer Woche z. B. in der man ins Kloster geht, oder aber in Treffen, die über vier bis sechs Wochen verteilt sind, mit  Bibeltexten auseinandersetzt, meditiert und dann darüber ins Gespräch mit Gott kommt.“ Auch gemeinsames Pilgern oder einen Bibliolog, eine Methode, die biblischen Geschichten im Gottesdienst erfahrbar macht, hat er in seinen früheren Gemeinden gerne angeboten. Und natürlich ist ihm – angesichts der anstehenden Pfarrstellenkürzungen in der EKHN und dem zunehmenden Personalmangel im Pfarrberuf – das regionale Denken und Arbeiten, wie es derzeit ja schon zwischen den Gemeinden der Region Bingen praktiziert wird, besonders wichtig. Denn, so Feilen, „Über den Tellerrand schauen, eröffnet neue Möglichkeiten“. Und so kann man gespannt sein, welche Impulse demnächst von der wiederbesetzten (halben) Pfarrstelle in Horrweiler-Aspisheim ausgehen werden.

 

 

 

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