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Preisverleihung: 23 Kunstwerke „erzählen“ vom Alltag während der Corona-Pandemie

„Übers Tulpenfeld lässt es sich gut plaudern“

J. Delker/W. Wagner/D. KiemesPreisverleihung Preisträger.jpg

Was bleibt, wenn Corona geht? Der Fotowettbewerb „Welt auf Abstand“ erlaubt zur aktuellen Ausstellungseröffnung einen sehr persönlichen Blick auf den Umgang mit der Corona-Krise. Nun fand die Preisverleihung in der Dekanatsverwaltung statt - mit kleinem Sektempfang, mit Maske und einer spannenden Plauderrunde über gesellschaftliche Herausforderungen und kreative Ideen in einer sonst kontaktarmen Zeit.

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Geschlossen Online allein Umarmung mit Maske Auch mit Corona-Abstand haben Freundinnen sich viel zu erzählen Preiverleihung Fotowettbewerb Preisverleihung_digitale Fotoausstellung Preisverleihung Fotowettbewerb Preisverleihung Fotowettbewerb
B. LeonePreisverleihung FotowettbewerbDrei Gutscheine für Gastronomiebetriebe in Rheinhessen wurden an Volker Kiemes (2. von li) , stellvertretend für seinen Sohn, Daniel Kiemes (nicht im Bild), an Ivonne Kiemes (rechts daneben) und an Wilfried Wagner (re) von Dekan Olliver Zobel (li) und Bildungsreferentin Martina Schott (2. von re) überreicht.

Was bleibt, wenn Corona geht? Die Pandemie hat bei den Menschen in den vergangenen Monaten Spuren hinterlassen - bei der einen mehr, bei dem anderen weniger. Der Fotowettbewerb „Welt auf Abstand“, im Frühjahr 2021 von Martina Schott, Bildungsreferentin im Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim, ins Leben gerufen, erlaubt zur aktuellen Ausstellungseröffnung Anfang Juli mit 23 eingereichten Kunstwerken einen sehr persönlichen Blick auf den Umgang mit der Corona-Krise. Nun fand - gemeinsam mit Dekan Olliver Zobel - die Preisverleihung in der Dekanatsverwaltung statt, mit kleinem Sektempfang, mit Maske und einer spannenden Plauderrunde über gesellschaftliche Herausforderungen und kreative Ideen in einer sonst kontaktarmen Zeit.

Allein aber nicht einsam

„Corona hat nicht nur Schlechtes mit sich gebracht und wird uns wohl noch eine ganze Weile beschäftigen“, fasst Martina Schott den Wettbewerb mit Blick auf die eingesandten Fotos zusammen - jedes Bild hübsch an der Wand im Foyer der Dekanatsverwaltung platziert. Die Frage sei nur, wie man mit den Folgen umgehe, persönlich, wie auch als Gesellschaft.

Ob leere Regale aufgrund von Hamsterkäufen, Gottesdienstbesuche ohne Singen und mit Platzanweisung oder achtlos am Wegesrand entsorgte Masken: Jede Szene erzählt eine ganz eigene Geschichte über den „Corona-Alltag“. Sie alle spiegeln die Erlebnisse und Gedanken der Menschen wieder, sei es eine vermisste Umarmung oder – den technischen Möglichkeiten sei Dank - eine virtuelle Verbindung mit Familie und Freunden, mit der Natur, mit Gott, wie zum Beispiel beim Ostergottesdienst in den frühen Morgenstunden mit Laptop, Kerze und Blick in die Weinberge. Für Daniel Kiemes und seinen Vater, Volker Kiemes, ein „definitiv einmaliges Erlebnis“. Das Bild mit dem Titel „Online allein“ sei bereits gleich zu Beginn der Corona-Krise 2020 entstanden. „Ein sehr schöner Moment“, erinnert sich Daniel Kiemes, „allein und doch via Streaming mit anderen verbunden.“

„Übers Tulpenfeld lässt es sich gut plaudern“

„Ich habe schon immer gerne fotografiert“, erzählt Wilfried Wagner, die Kamera stets einsatzbereit. Das Foto mit dem Titel „Auch mit Corona-Abstand haben sich Freundinnen viel zu sagen“ sei dabei eher aus Zufall entstanden: Unterwegs, bei einer kurzen Begegnung seiner Frau mit einer Bekannten auf einem Tulpenfeld. Eigentlich wollte man für die Tochter ein paar Blumen schneiden. Übers Tulpenfeld lasse es sich eben gut plaudern, findet der Hobbyfotograf.

Mut und gegenseitige Unterstützung in Corona-Zeiten

Mit einem herzlichen „Dankeschön“ überreichte Bildungsreferentin Martina Schott mit Dekan Olliver Zobel an Familie Wagner wie auch an Familie Kiemes je einen kulinarischen Gutschein, einzulösen in einem Gastronomiebetrieb in Rheinhessen. Mit einem Sonderpreis wurde ein weiteres Mitglied der Familie, Ivonne Kiemes, für ihr Foto mit dem Titel „Umarmung mit Maske“ ausgezeichnet. Am meisten habe sie eine Umarmung und das Lachen in den Gesichtern anderer Menschen vermisst und daher kurzerhand ein Lächeln auf die Masken gemalt, beschreibt die junge Künstlerin ihr Werk. Mit der Idee habe sie letztlich die komplette Familie begeistert: Rund 200 Masken wurden genäht und nach und nach unter anderem einem Altenheim zur Verfügung gestellt.

Glückwünsche gehen auch an Jochen Delker. Sein Foto mit dem Titel "geschlossen" zeigt traurig hochgeklappte Stühle in einem Biergarten, eine seltsame Stille an einem sonst belebten Ort.

Es mache Mut, so Dekan Zobel, dass sich die Menschen auch in schwierigen Zeiten auf so unterschiedliche wie kreative Weise unterstützen und mit der Corona-Krise auseinandersetzen. Mit einem spannenden Gespräch über gesellschaftliche Veränderungen durch die Pandemie und welche Bedeutung ein persönlicher Kontakt auch im Gemeindeleben für die Einzelnen habe, sei es über digitale Veranstaltungen, regelmäßige Gemeindebriefe, die im heimischen Briefkasten landen oder über gemeinsame Gottesdienste, endete der Nachmittag.

Weitere Informationen zu den Angeboten der Fachstelle Bildung und zur digitalen Fotoausstellung finden sich auf der Dekanatswebsite. Nach den Sommerferien ist eine Wanderausstellung für Kirchengemeinden geplant.

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