AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Prävention

„Gewalt hat eine Geschichte… und eine Gegenwart!“

B. LeoneGewalt hat eine Geschichte 2022„Nicht aufhören, zu erinnern!“ Projektkoordinatorin Johanna Stein, Schirmherr Klaus Hagemann (Mitte) und der Leiter des Oppenheimer Jugendhauses, Jürgen Salewski (re) freuten sich über die zwölf eingereichten Projektbeiträge und überreichten gemeinsam den Jugendgruppen die Urkunden.

Brennende Synagogen, zerstörte Geschäfte und Wohnungen, Menschen auf der Flucht. Es sind beklemmende Bilder, ein visueller Zusammenschnitt aus der Zeit des Nationalsozialismus aber auch aus dem aktuellen Zeitgeschehen, die auf eindrucksvolle Weise die Veranstaltung des schulformübergreifenden Jugendprojekts "Gewalt hat eine Geschichte" am 18. November 2022 in der Turnhalle des Nackenheimer Gymnasiums eröffneten.

Jugendhaus OppenheimPrävention - Gewalt hat eine Geschichte

Vorträge, Videopräsentationen, szenische Lesungen

Was geschah genau beim „Kornsandverbrechen“ am 21. März 1945? Wie erging es den Gefangenen im ehemaligen Konzentrationslager in Osthofen? Und was passierte bei den Kindertransporten 1938/39 am Beispiel der Familie Spiegel in Oppenheim? Insgesamt zwölf Beiträge präsentierten die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim, die Schülergruppen der Landskronschule (Förderschule), der IGS an den Rheinauen und des Gymnasiums zu St. Katharinen in Oppenheim sowie der Carl-Zuckmayer Realschule Plus in Nierstein und des Gymnasiums in Nackenheim, musikalisch begleitet durch die Orchester-AG der gastgebenden Schule. Dabei beschränkten sie sich nicht nur auf die Verbrechen aus der Pogromnacht vom 9. November 1938, sondern setzten sich in ihren Projektbeiträgen darüber hinaus mit aktuellen Themen wie „Cybermobbing“, „Sexismus“ und dem Thema „Gewalt gegen Frauen im Iran“ auseinander. Denn: Gewalt habe nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine Gegenwart.

Für eine mutige Demokratie

„Holt euch Hilfe, wenn ihr Gewalt erlebt!“, so der eindringliche Appell von Johanna Stein, Projektkoordinatorin und Moderatorin der Veranstaltung. Schweigen sei der falsche Weg. Vielmehr brauche es mutige Menschen, die z. B. auch im Schulalltag Mobbing entgegentreten. Sich engagieren, die Erinnerung an die Schrecken der Nazizeit wachhalten, das möchten nicht nur die Kooperationspartner (Jugendhaus Oppenheim in Trägerschaft des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim, Oppenheimer Geschichtsverein e.V., KZ Gedenkstätte Osthofen) des Projekts: So setzt sich u. a. die Schülergruppe aus Nackenheim aktiv dafür ein, dass es zukünftig auch in Nackenheim Stolpersteine geben wird.

Mit einem großen Dank für das hohe Engagement prämierte der Schirmherr der Veranstaltung, Klaus Hagemann, mit je einer Urkunde die eingereichten Projekte. Auch Frank Zinecker, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, betonte bereits in seiner Begrüßungsrede an die Jugendlichen sowie an die Vertreter aus Kirche und Politik, „das Projekt wirke weit über den normalen Schulalltag hinaus“.

Als Kirche Räume zur Orientierung bieten

„Ich bin dankbar“, bekräftigte zudem Olliver Zobel, Dekan des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim, „dass sich durch dieses Projekt junge Leute mit vergangenen und auch aktuellen Gewaltthemen auseinandersetzen können. Sie lernen sie dabei nicht nur kennen, sondern erleben, dass etwas dagegen getan werden kann und muss.“ Der erste Schritt sei dabei immer, mit anderen darüber zu reden und daran zu arbeiten. „Mit Jugendprojekten wie ‚Gewalt hat eine Geschichte‘ wollen wir als Kirche auch in den kommenden Jahren Räume eröffnen, in denen sich Jugendliche orientieren und eine Haltung entwickeln können.“

Tipp: Die nächste Ausschreibungsrunde beginnt im Frühjahr 2023.

Herzlichen Glückwunsch allen teilnehmenden Jugendlichen:

Carl-Zuckmayer-Realschule Plus und Fachoberschule Nierstein

  • "97 % sind zu hoch!" Präsentation zu Sexismus / sexueller Gewalt
  • Präsentation zum Thema Cybermobbing
  • KZ Osthofen und "Das siebte Kreuz"
  • Vortrag "Gewalt gegen Frauen im Iran"

Gymnasium Nackenheim

  • "Schreie auf Papier" - eine szenische Lesung zu Briefen der jüdischen Familie Wolff aus Nackenheim
  • Präsentation und Lesung aus dem Buch "Damals war es Friedrich"
  • Präsentation des Geschichtsprojekts "Nackenheim im Nationalsozialismus - Erinnerung gestalten"

Gymnasium zu St. Katharinen Oppenheim

  • Videobeitrag: Besuch der KZ Gedenkstätte in Osthofen

Integrierte Gesamtschule an den Rheinauen Oppenheim

  • Präsentation "Das Kornsandverbrechen"
  • Video zum Thema "Antisemitismus"

Konfirmandengruppe der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim

  • Präsentation über die "Kindertransporte als Rettung" am Beispiel von Walter Spiegel aus Oppenheim

Landskronschule Oppenheim (Förderschule)

  • Videopräsentation über das "Schicksal der jüdischen Familie Spiegel" in Oppenheim

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top